Umweltministerium prüft Alternativen

Noch keine Abschuss-Entscheidung für Wolfsmischlinge

Wölfin © Bundesforst
Wölfin © Bundesforst
Autor: AT | Datum: 18.10.2017
Das Thüringer Umweltministerium prüft nun doch eine Rettung der fünf Monate alten Welpen. Das sagte ein Ministeriumssprecher Antenne Thüringen.

Sechs Hybrid-Junge

Seit knapp einer Woche wissen wir: Thüringens einzige Wölfin bei Ohrdruf hat Nachwuchs bekommen. Mischlinge. Eine Kreuzung aus Wolf und Hund. Wir wissen auch, dass die sechs Welpen erschossen werden sollten. Hier können Sie alles nachlesen. Doch jetzt ist wieder alles anders.

Morddrohungen gegen die Jäger

Der Aufschrei in der Öffentlichkeit wegen des geplanten Abschusses war offensichtlich zu groß. Eine Online Petition dagegen haben schon über 10.000 Menschen unterzeichnet. Im Internet gab es Morddrohungen gegen Thüringer Jäger, sollten sie die Wolfshunde töten. Diese haben sich daraufhin gegen die Tötung entschieden. Das sollen nun andere machen.

Doch weiterleben?

"Wir haben zwei Angebote von Experten, die jahrelange Erfahrungen im Umgang mit Wolfhunden haben", so Sprecher des Umweltministeriums Jeffrey Ludwig.  Sie wollen versuchen, die fünf Monate alten Welpen in einem Gehege zu halten. Sie haben aber keine Erfahrungen mit wolfähnlichen Vierbeinern, die ein halben Jahr in Freiheit groß geworden sind. Das wurde bisher einmal mit Wolfshunden aus der Lausitz probiert. Allerdings starben die Tiere in der Gefangenschaft. Wissenschaftler prüfen jetzt, ob ein Leben der Vierbeiner in Gefangenschaft nun doch möglich ist.  Viel Zeit haben sie aber nicht. Denn im Winter werden die sechs Wolfshunde von Ohrdruf ihr Rudel verlassen und sich einen neuen Lebensraum suchen. Deshalb erwartet das Umweltministerium eine Entscheidung zur möglichen Rettung schon in den nächsten Tagen.

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